Casino mit GGL-Lizenz: Was legal ist und was nicht
Ein Casino mit GGL-Lizenz ist in Deutschland Pflicht für legales Online-Glücksspiel. Was Google-Richtlinie, GGL und EU-Whitelist dazu bedeuten.

Legal ist in Deutschland nur ein Casino mit GGL-Lizenz. Laut GoogleWatchBlog darf Online-Glücksspiel nur anbieten, wer eine gültige Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hält. Google hat seine Werbung entsprechend eingeschränkt. Bei den normalen Suchergebnissen ist das Bild weniger klar.
Casino mit GGL-Lizenz: die Grundregel
Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist im Juli 2021 in Kraft getreten, so GoogleWatchBlog. Seitdem gilt: Ohne GGL-Lizenz kein legales Online-Angebot. Die GGL ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, wie Gaming Intelligence schreibt.
Werbung und Platzierungen in Suchmaschinen sind nach Angaben des Blogs unter bestimmten Bedingungen zulässig. Die Lizenz allein sagt also nichts darüber, ob ein Anbieter bei Google gut zu finden ist. Einen Überblick über lizenzierte Angebote bietet die Seite zu Online-Casinos mit deutscher Lizenz.
Marken ohne GGL-Erlaubnis
Nach unseren Daten (Stand 22. Oktober 2026) fehlt für folgende Marken die GGL-Erlaubnis. Sie stehen nicht in der amtlichen Liste:
- Spinboss
- Wintino
- Lizaro
- Lucky Meister
- Godz Casino
Weitere Fälle sammelt die Liste illegaler Online-Casinos. Zur Prüfung dient die GGL-Whitelist.
GoogleWatchBlog rät, vor dem Spielen zu prüfen, ob die Plattform seriös ist und eine gültige Lizenz vorliegt.
Googles Werberegeln: Anzeigen nur mit Lizenz
Google hat nach Angaben von GoogleWatchBlog im September 2024 seine Werberichtlinie für Glücksspiel in Deutschland überarbeitet. Die Folgen:
- Über Google Ads werben darf nur, wer eine GGL-Lizenz vorweisen kann.
- Vergleichsseiten, die auf Plattformen ohne Lizenz verlinken, sind von Google Ads ausgeschlossen.
- Auch Affiliate-Websites fallen laut Gaming Intelligence unter die Regel.
Gaming Intelligence nennt als Veröffentlichungsdatum den 25. September, aber kein Jahr. Die Regel geht auf einen direkten Austausch zwischen Google und der GGL zurück. Ziel war, Werbung für unerlaubte Angebote zu vermeiden.
Dass Anzeigen strenger geregelt sind als die reine Suche, erklärt GoogleWatchBlog mit der Haftung. Google stellt die Werbefläche bereit und kann dafür unter Umständen belangt werden.
Die Gespräche zwischen Behörde und Konzern laufen laut Gaming Intelligence seit 2023. Sie waren konstruktiv und führten zur neuen Richtlinie.
Was die GGL bisher feststellt
In den ersten Wochen nach dem Start sah die GGL keine bezahlten Anzeigen von Anbietern ohne Lizenz. Auch nicht zugelassene Affiliates fielen seit dem Update nicht mehr auf, berichtet Gaming Intelligence.
GoogleWatchBlog beschreibt einen deutlichen Rückgang unerlaubter Werbung, besonders auf Vergleichsportalen.
GGL-Chef Ronald Benter sieht demnach eine klare Wirkung der geänderten Richtlinie. Die Behörde will die Entwicklung weiter beobachten. Sie bleibt mit Google im Gespräch und strebt weitere Einschränkungen für Anbieter ohne Erlaubnis an.
Hinweis zur Quellenlage: GoogleWatchBlog nennt Benter „Vorstand“, Gaming Intelligence „chief executive“. Gemeint ist dieselbe Person.
Die Lücke: organische Suche
Lizenzierte Anbieter haben auf Google laut GoogleWatchBlog trotz Legalität keine hohe Sichtbarkeit. Häufig stehen ausländische Seiten oder Portale ohne gesicherte Rechtsgrundlage vorn.
Der Grund: Organische Treffer hängen stark von Suchmaschinenoptimierung ab. Auch ohne Lizenz bleiben Seiten so auffindbar.
Die GGL ist laut Gaming Intelligence weiter besorgt. Manche Schwarzmarktanbieter erreichen hohe Rankings durch intensives Linkmarketing oder durch Manipulation der Ergebnisse. Benter sieht beim Thema SEO weiteren Handlungsbedarf und Potenzial für Einschränkungen gemeinsam mit Google.
Für Nutzer heißt das: Eine Top-Platzierung in der Suche ist kein Beleg für eine Lizenz. Vorrang hat der Blick in die Whitelist der GGL.
Blick in die Niederlande: EU-Whitelist geplant
Die niederländische Behörde Kansspelautoriteit (KSA) baut nach eigener Auskunft gemeinsam mit Google eine EU-weite Liste lizenzierter Anbieter auf. Google soll damit Werbetreibende ohne Lizenz erkennen und blockieren können. Das berichtet AffPapa. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen machte den Plan in einem Kommentar vom 14. Oktober 2026 öffentlich.
Den Anstoß gaben Treffen in Dublin. Dort saßen KSA und andere europäische Regulierer mit Google und Meta zusammen und gründeten eine gemeinsame Task Force. SCCG Management datiert das Treffen auf das Frühjahr 2026. Die Task Force will demnach eine Datenbank zugelassener Betreiber je Rechtsordnung erstellen.
Offen bleibt vieles:
- Ein Starttermin wurde nicht genannt.
- Unklar ist, ob Google Ads, organische Ergebnisse oder beides betroffen wären.
- Beteiligte Behörden und Zeitplan sind nicht bekannt.
- Die Quellen erwähnen keine Beteiligung der deutschen GGL.
Eine Übersicht zum Stand der Listen finden Sie auch auf der Seite Whitelist Glücksspiel Deutschland.
Groothuizens Haltung
Laut AffPapa sagte Groothuizen, Tech-Plattformen verdienten an Anzeigen für nicht erlaubtes Glücksspiel und hätten wenig Grund, sie einzuschränken. Ein freiwilliger Verzicht widerspreche ihrem Geschäftsmodell. Die KSA fordere ihn trotzdem, am liebsten im Guten, notfalls mit Zwang.
Als rechtliche Grundlagen nannte er niederländisches Recht und den Digital Services Act. Die Durchsetzung gegen die größten Plattformen liegt bei der Europäischen Kommission. Ein Verfahren könnte bis zu fünf Jahre dauern.
Die KSA setzt inzwischen auf Sichtbarkeit und Zahlungen, weil Bußgelder gegen Betreiber ohne Lizenz schwer einzutreiben waren. Laut SCCG Management haben Geldbußen besonders bei Sitz im Ausland nur begrenzte Wirkung.
Zahlen aus dem niederländischen Markt
Der Oktober 2026 markiert fünf Jahre seit der Öffnung des regulierten Online-Marktes. Rund 90 % der Spieler nutzen ausschließlich lizenzierte Seiten. Dennoch fließt etwa die Hälfte der Ausgaben an Betreiber ohne Lizenz. SCCG Management beschreibt das als einen Euro im illegalen Markt je einem Euro im regulierten.
Weitere Entwicklungen
- Google hat laut SCCG Management seit dem 14. September 2026 die Zertifizierung für Wettanzeigenkunden verschärft.
- Seit dem 21. Oktober 2026 ist YouTube Masthead für zertifizierte Betreiber freigegeben, stets abhängig von gültigen Lizenzen.
- KSA-Abteilungsleiterin Renske Fikkers warnte laut iGamingBusiness, ein Totalverbot von Glücksspielwerbung werde zur „zunehmend realistischen Option“. Die KSA wolle es aber nicht.
Häufige Fragen
Was ist ein Casino mit GGL-Lizenz?
Es ist ein Online-Casino, dessen Betreiber eine gültige Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt. Nur mit dieser Lizenz ist Online-Glücksspiel in Deutschland erlaubt.
Darf ein Casino ohne GGL-Lizenz bei Google werben?
Über Google Ads nicht. Seit der Richtlinienänderung sind dort nur Anbieter mit GGL-Lizenz zugelassen. Vergleichsseiten, die auf Plattformen ohne Lizenz verlinken, sind ebenfalls ausgeschlossen.
Warum erscheinen trotzdem Seiten ohne Lizenz in der Suche?
Organische Treffer hängen von Suchmaschinenoptimierung ab. Laut GGL nutzen manche Schwarzmarktanbieter Linkmarketing oder Manipulation, um hoch zu ranken.
Gibt es schon eine EU-Whitelist?
Nein, sie ist nur angekündigt. Starttermin, Umfang und beteiligte Behörden sind bislang nicht bekannt.
Quellen
- GoogleWatchBlog — Wie Googles Suche die Sichtbarkeit regulierter Glücksspielangebote verändert
- AffPapa — Netherlands & Google to build EU list of licensed operators
- iGamingBusiness — KSA introduces new era of cooperation, warns of full ad ban
- SCCG Management — Google e Reguladores Europeus Desenvolvem Lista Branca de Operadores Licenciados para Reduzir Apostas Ilegais
- Gaming Intelligence — German gambling regulator welcomes new Google Ads update
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